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27.08.2017 :: Mittelpunkt 2017

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27.08.2017 :: F.R.E.D. 2017

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30.05.2017 :: DLRV auf der RPC

Der DLRV war auch in diesem Jahr wieder auf der RPC in Köln vertreten. Wir bedanken uns bei unseren Gästen und Unterstützern. :: weiter

Kategorie: Alle News

Education LARP

Liverollenspiel im pädagogischen Kontext

 

Liverollenspiel wird nicht nur als Hobby betrieben sondern auch im pädagogischen Kontext eingesetzt. Liverollenspiel als pädagogische Methode oder kurz EDU-LARP (Educational Live Action Role Playing) bietet die Möglichkeit, Lerninhalte gezielt zu transportieren. Durch die hohe emotionale Stimulanz von Liverollenspielen nehmen die TeilnehmerInnen Lerninhalte „en passant“ auf und speichern diese sofort in ihrem Langzeitgedächtnis ab. Hier findet etwas Ähnliches statt, das beispielsweise auch dazu führt, dass der Inhalt eines zweistündigen Spielfilms von Kindern nahezu lückenlos wiedergegeben werden kann, jedoch die Erinnerung an eine 45-minütige Unterrichtsstunde in der Schule oft große Schwierigkeiten bereitet.

 

EDU-LARP nutzt die Aktivität der Lernenden, ganz gleich ob es Schulkinder, schwer erziehbare Jugendliche, Menschen mit geistiger Behinderung oder Erwachsene auf einer Managerschulung, um Bildungsziele zu erreichen. Die Teilnehmenden haben beim Liverollenspiel ein hohes Maß an Eigenverantwortung und wollen beispielsweise selbstständig einen spannenden Krimiplot lösen. Den wichtigen Hinweis erfahren sie von einer Spielfigur, einem Kobold in einer Fantasywelt, der allerdings erst einen Heiltrank für seine kranke Frau brauen will, bevor er etwas verrät. Die Spielerinnen und Spieler lernen beim Suchen der Zutaten für den Kräutertrank in dieser Geschichte die heimische Pflanzenwelt kennen.

 

Auch zum Lernen von Mathematik lässt sich Liverollenspiel einsetzen. Der Schiffscomputer in einem abstürzenden Cyberpunk-Raumschiff ist kaputt und kann nur durch das Lösen von komplizierten Rechenaufgaben wieder in Gang gebracht werden. Gespräche können während des Spiels mit anderen Charakteren aus anderen Kulturen stattfinden, die beispielsweise nur Englisch verstehen oder es muss ein Rätsel in lateinischer Sprache gelöst werden.

 

Neben den üblichen Schulfächern kann Liverollenspiel noch zu weiteren Zwecken eingesetzt werden. Besonders Teamfähigkeit, das Erlernen sozialer Fertigkeiten oder das schnelle Einfinden in neue Situationen und Kontexte können bestens mit Liverollenspiel vermittelt werden. Generell ist EDU-LARP geeignet um eine Vielzahl von Wissensgebieten und Lerninhalten zu vermitteln und anschaulich darzustellen.

 

In der Behindertenpädagogik und im Rahmen der Suchtprävention bietet EDU-LARP eine gute Möglichkeit, besondere Situationen zu schaffen, in denen die Lernenden modellhaft experimentieren können. Sportliche Aktivitäten können ebenfalls problemlos in EDU-LARPs eingebaut werden, beispielsweise das Spinnennetz einer Riesenspinne, das man kletternd durchqueren muss, oder ein besonderer Zauberspruch, der einen bestimmten Tanzschritt erfordert, um korrekt ausgeführt werden zu können.

 

Darüber hinaus bedeutet Liverollenspiel – auch wenn es als pädagogische Methode eingesetzt wird – für alle Teilnehmenden großen Spaß. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an EDU-LARPs werden erst in der Reflexion merken, was sie alles in der kurzen Zeit eines EDU-LARPs gelernt haben.

 

In Deutschland gibt es bereits mehrere Vereine und Institutionen, die Liverollenspiel im Rahmen ihrer pädagogischen Arbeit einsetzen. Einige dieser Institutionen sollen hier kurz vorgestellt werden.

 

Außerdem gibt es eine Vielzahl weiterer Institutionen und Einrichtungen, die Liverollenspiel in ihrer pädagogischen Arbeit einsetzen wie Schulen, Jugendzentren oder lokale Vereine. Häufig gibt es dort sehr motivierte Erzieher, Sozialpädagogen oder Lehrer, die Liverollenspiel in ihrer Freizeit auch als Hobby betreiben.