Pandemie und LARP

Stellungnahme des DLRV

Der DLRV möchte darin unterstützen, Veranstaltungen sicher für alle Teilnehmenden zu ermöglichen.

Aus gegebenem Anlass möchten wir uns zum Thema Corona, Hygienekonzepten und LARP äußern. In den sozialen Medien, insbesondere Facebook schlägt dies derzeit hohe Wellen. Einen Schwerpunkt möchten wir hierbei nicht auf die erfolgte oder nicht erfolgte Einhaltung von Präventionsmaßnahmen legen, denn dies ist von uns als ehrenamtlicher Dachverband weder zu überprüfen noch einzuschätzen, da wir in den meisten Fällen nicht selbst vor Ort dabei sind. Es geht uns darum, was eine missverständliche Kommunikation in der Außenwirkung für LARP im Allgemeinen und Orgas und LARPer*innen im Besonderen bedeutet. Es ist uns grundsätzlich wichtig die rechtlichen, moralischen und ethischen Blickwinkel zu beleuchten und uns darüber auszutauschen. Das gilt auch über unsere Mitglieder hinaus. Wir sind jederzeit offen für eine sachlich geführte Diskussion und einen fachlichen Austausch. 

Bei Bedarf sind, in Abstimmung mit den offiziellen Stellen, entsprechende Konzepte zu erarbeiten und auch einzuhalten, was viele Veranstalter*innen bereits tun. Die Einhaltung von Corona-Maßnahmen auf Cons, die Kommunikation der entsprechenden Konzepte mit den Teilnehmern*innen und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sind uns wichtig. Wir haben uns mit dem Veranstalter, ein Mitglied des DLRV, dessen Facebook-Post der aktuelle Auslöser für diese Diskussion war, in Verbindung gesetzt, um uns ein eigenes Bild über die Situation zu verschaffen.

Der Veranstalter versicherte uns schriftlich, dass, außer dem veröffentlichten Hygienekonzept und den auf den Fotos der Veranstaltung gezeigten Aspekten, noch viele weitere Maßnahmen zur Corona-Sicherheit umgesetzt worden wären, die aus unsere Sicht vernünftig und sicher klingen, die allerdings leider keine Erwähnung im ursprünglichen Facebook-Post gefunden hatten. 

Da niemand von uns bei den entsprechenden Veranstaltungen zugegen war, können wir nicht abschließend beurteilen, wie die Maßnahmen umgesetzt wurden. Die Aufklärung und Verfolgung von möglichen Rechtsverstößen obliegt dem Staat. Wir sprechen uns daher entschieden gegen eine Vorverurteilung aus. Wir wollen den uns angeschlossenen Vereinen zu- und vertrauen, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, einer Ausbreitung des Virus auf ihren Veranstaltungen entgegenzuwirken und LARP so sicher wie möglich durchzuführen.

Wichtig für das Liverollenspiel in all seinen Facetten ist, dass veröffentlichte, missverständliche Darstellungen und fehlende Informationen ein hohes Risiko für die Wahrnehmung von LARP im Allgemeinen darstellen. Die Bewilligung weiterer Veranstaltungen mit guten und sicheren Corona-Hygienekonzepten wird dadurch gegebenenfalls erschwert. Dies kann in Konsequenz der öffentlichen Diskussion die Arbeit vieler kleiner und großer LARP-Orgas zunichtemachen, die sich bemühen, auch in diesen Zeiten LARP zu einem sicheren und umsetzbaren Erlebnis für alle Beteiligten zu machen. Wir wünschen uns von jedem*r Veranstalter*in und jedem*r Teilnehmer*in, dass er/sie sich seiner/ihrer Verantwortung für die Außenwirkung auf eine große Community und die Öffentlichkeit bewusst ist.

Wir bekommen immer wieder Berichte von und über LARP-Orgas aller Größen und Genres, die mit viel Mühe, Arbeit, Herzblut und einem enormen Zeitaufwand ihre Spielkonzepte umstellen, die entwickelten Plots an die aktuellen Gegebenheiten anpassen, mit den örtlichen Behörden eng zusammenarbeiten, um dieses fantastische Hobby auch in schweren Zeiten aufrecht zu halten. Ihnen gilt ein besonderes Lob und unser spezieller Dank, denn wie wir wissen, machen die Meisten das ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Ihr Engagement ist nicht selbstverständlich!

Wir nehmen generell eine Verunsicherung in der Gesellschaft wahr, was man tun kann oder tun sollte. Wie Veranstaltungen stattfinden sollen und können, wird von Regierungsseite ständig neu bewertet und entsprechend kommuniziert. Überall in Deutschland finden Veranstaltungen statt, die sich an diese Auflagen halten. Für alle Orgas – und uns alle, wenn wir diese Krise überstehen wollen – ist es enorm wichtig, professionell zu agieren und nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass in der aktuellen Situation fahrlässig gehandelt werden würde. 

Der DLRV steht dazu, dass es weiterhin möglich, ist Veranstaltungen durchzuführen, angepasst an die aktuellen Gegebenheiten, die uns noch lange begleiten werden.
In der Krise zeigt sich die Stärke einer Community, in der wir gemeinsam kreative und sichere Lösungen finden können, um unser Liverollenspiel weiter erleben zu können. 

Wir sind der Überzeugung, dass das in der folgenden Stellungnahme angesprochene Thema und die mit ihm verbundenen Sachverhalte zu komplex sind, um sie in Form von Facebook-Kommentaren adäquat zu diskutieren. Leider zeigt sich immer wieder, dass Diskussionen in dieser Form aus dem Ruder laufen und sehr oft unsachlich geführt werden. Dies dient weder der Sache, noch finden wir es hilfreich, um eine Haltung zu diesem Thema zu gewinnen. Aus diesem Grund bitten wir euch, unter diesem Post keine Kommentare zu hinterlassen. Wir werden jegliche Form des Kommentares unter diesem Post löschen. Wer sich zu unserer Stellungnahme äußern möchte oder Fragen dazu hat, ist eingeladen, uns per Mail unter service@dlrv.eu anzuschreiben.

Ihr könnt diese Stellungnahme unterstützen und euch positionieren, indem ihr sie teilt oder sie anderen Personen auf andere Weise zugänglich macht.

Euer

Deutscher Liverollenspiel-Verband e.V.